Bananenspielkam, Polizeiboot mit Mastbruch. :-)

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Spatzenflug

Der Blick auf das Treiben am Vogelhaus ist schon lange eine liebgewordene Abwechselung vom Alltag. Kurz inne Halten in der Routine, Gedanken vergessen und nur schauen und staunen. Es ist ein gutes Gefühl im Winter zu füttern. Der Natur im kleinen zu helfen, wenn die Menschheit es im großen nicht tut, aber heute bekam unsere Selbstgefälligkeit etwas Anderes zu sehen.

Ich entdeckte einen Spatz, unter dem Dach. Aufgeplustert hockte er im Futter. Sein Schwarm war nicht in der Nähe. Er blieb alleine. Ich ging bis auf ein paar Meter zum Futterhaus und schaute genauer. Der Vogel blieb sitzen. Das Gefieder war auf der Unterseite zerzaust und ich hatte den Eindruck den Herzschlag des Tieres zu sehen. Hier ging etwas zu Ende. Mitten im Futter sterben, irgendwie falsch.

Beim Mittagessen hat meine Frau den besseren Blick auf das Vogelhaus. Den Spatz behielt sie im Auge.

„ Der Spatz ist aus dem Vogelhaus gefallen, er hat aber noch mit den Flügel geschlagen!“ sagte sie plötzlich. „ Er könnte auch geflogen sein“.

Wir wollten später nachschauen.

Später fanden wir ihn. Er lag im Gras, wie ein Stofftier. Die Augen entrückt, das Federkleid glatt und die Beine starr. Es ist nicht viel Wärme in kleinen Körpern.

Mit Handschuhen legten wir den Spatz in ein Loch im Beet neben den Rosen. „ Wenn eine blüht ist es der Spatz!“ sagte ich.

Wir hatten feuchte Augen.

Vielleicht ist dieses kleine Leben doch noch im Flug gestorben. Das wäre schön für einen Vogel.