Sorry, Hamburg!

Ein Hamburger Spaßsender spielt seit einigen Tagen, gefühlt mehrmals pro Stunde, ein neuen Schlager. Er wird jeweils als neue Hymne von Hamburg angekündigt und der Hörer soll dazu seine Meinung sagen. Es kommen auch immer wieder Hörer „auf Sendung“ die ihre Begeisterung ins Mobiltelefon schreien, dabei ihre Handyrechnung strapazieren und fragen ob sie ihre Ehepartner oder Freunde grüßen dürfen. ( „ Ich grüße Else, meine Frau Chantal unseren Dackel Waldi und alle die mich kennen!„ )

„Verliebt in Hamburg“ heißt das Lied.

Das lass ich hier mal so stehen, denn ich bin gerade nicht in Hamburg verliebt! Brauch ich auch nicht, denn Hamburger finden ihre Stadt toll, halten die Klappe und gehen entspannt weiter. Moin reicht!

An dieser Stelle ist mir bewusst, dass ich sicher alles falsch verstehe. Keine Ahnung habe. Viel zu misstrauisch bin und sehr viele Rechtschreibfehler in meinem Text habe. Von der Grammatik ganz abgesehen! Ich hab kein Abitur ,verfolge keine wirtschaftlichen Interessen und trage keine Krawatte. Somit braucht niemand weiter zu lesen. Es ist freiwillig! Es ist ein „Gedanken-spiel“

Kommentare lese ich grundsätzlich nicht. Das ist der einzige Weg sich vor Beleidigungen ( Bluthochdruck ) zu schützen und den Schreiber vor einer Anzeige. ( Witz! )

Aber warum dieses Lied, gerade jetzt? Ist Hamburg gerade nicht so toll? Nee, nicht wirklich!

Soll ich Hamburg lieb haben, weil es den G20 Gipfel hier gibt und ich ein Wochenende danach kostenlos ins Museum darf? ( Ich könnte wetten, dass hat sich eine Lehrerin oder Lehrer ausgedacht!) Bildungsbürger sitzen auch im Senat.

– Oder wegen der Versammlungsfreiheit: Zwei Reihen Polizei, eine Reihe Demonstranten und wieder zwei Reihen Polizei? O-Ton in den Nachrichten :“ Wir sind sehr zufrieden mit dieser Maßnahme einen friedlichen Ablauf der Demonstration erreicht zu haben!“ Also, Versammlungsfreiheit ist vier Polizisten auf einen Demonstranten?

– Oder weil ein Camp im Stadtpark durch die Versammlungsfreiheit nicht gedeckt ist, weil dort auch übernachtet ( geschlafen ) wird. Wie ist das mit Atmen und Essen? Oder anders gefragt:“ Ist damit der Gang zur Toilette auf Hamburger Demonstrationen grundsätzlich durch das Recht auf Versammlung nicht gedeckt?“

Ich finde G20 in Hamburg genauso widersinnig wie die olympischen Spiele. Helmut Schmidt ( man mag ihn oder nicht ) war ein Macher bei der Sturmflut 1962 in Hamburg. Später Kanzler der BRD. Versucht heute die Politik einen vermeidbaren Notstand herzustellen um in seine Fußstapfen zu treten? Sitzt die Enttäuschung wegen der Ablehnung von Olympia noch so tief?

Es gibt Überlegungen das der Besuch des größte Balkons der Stadt ( Plaza der Elbphilamonie ) demnächst Eintritt kostet. Damit ergeht es dem größten „Balkon für alle Hamburger“ wie dem Wohnungsbau. Aus einem Sozialgut, einem Recht auf Wohnraum wurde ein Wirtschaftsgut. Der Gewinn wird privatisiert und nicht mehr in die Schaffung neuer Wohnungen investiert. Dabei ist eine bezahlbarer Wohnung heute, morgen vielleicht unbezahlbar.

Rückblickend wurde aus dem Sozialgut (80 er Jahre) ein Wirtschaftsgut und eine Partei geht heute in den Wahlkampf mit dem Text: „ Wohnen darf kein Luxusgut sein!“

Wie weit weg ist dieser Slogan vom Art.14 Abs.2 Grundgesetz:“Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“( https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialpflichtigkeit_des_Eigentums )

Das ist wohl jetzt ein Absatz den ich nicht richtig verstanden habe! Natürlich sind Mieter die ihre Miete nicht zahlen können, nicht die Allgemeinheit! Das sind Banken, Investoren, Makler, Immobilienfonds, Politiker, Wohnungswirtschaft etc. ( Ich bin ja so ein Dummerchen! )

Um auf die „Elphi“ zurückzukommen. Das hat lange gedauert, war sehr teuer und zieht viele Besucher an. Sie wird auch noch viel Steuergeld für den Unterhalt brauchen. Was soll`s. Abgerechnet wird später.

Kreuzfahrtschiffe verbrennen giftigen Diesel und verpesten die Luft. Die Schadstoffbelastung durch den Autoverkehr ist zu hoch und niemand übernimmt die Verantwortung für die Dieselmanipulationen.

Sicher Hamburg kann G20. Sie werden mit tausenden Einsatzkräften Einsatzzeiten generieren von unter einer Minute. Sie haben sicher alles im Griff, egal es wird sicher ein Erfolg. Davon sind sie überzeugt. Das werden sie auch nach dem Gipfel sagen. Trotzdem ist weder des Konzerthaus, noch der G20 Gipfel für mich liebenswert. Ich bin gerade nicht in Hamburg verliebt!

Sorry Manne

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6 Kommentare zu “Sorry, Hamburg!

  1. Ich kenne die Hymne nicht, da ich nur sporadisch, aus familiären Gründen in Hamburg weile… Sicher braucht Hamburg keine neue Hymne und die Begeisterung in den Äther schreienden Hörer sind – das soll jetzt beruhigend sein – ein bundesweites Phänomen. Mit ein Grund, warum ich nur sehr selten Radio höre. Meistens sonntags, da laufen (hier) anspruchsvollere Sendungen…
    Ansonsten finde ich den Artikel sehr gelungen und nachvollziehbar.
    Ich habe im Übrigen keine Grammtik- oder Schreibfehler gefunden. Allerdings habe auch ich kein Abitur, was ich persönlich nicht als Makel betrachte.
    In diesem Sinne wünsche ich Dir einen trotz allem einen schönen Sonntag Abend!
    Viele Grüße aus Karlsruhe
    Jürgen

  2. Zustimmung, G20 in einem Szenenviertel zu veranstalten muss man genauso wenig verstehen wie die Musik(Kultur) einiger Hamburger Radiosender…da hilft nur Humor um den tag zu überleben…
    Grüsse von Jürgen

    • Es scheint alles noch viel schlimmer zu werden. Wenn ein Polizeisprecher, Politiker oder Senatssprecher vom Interesse „aller“ Hamburger spricht, bin ich als Hamburger nicht gemeint! Viele Grüße Manne

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